Im Bergbaumuseum

 

 

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Wir sind in das Bergbaumuseum nach Bochum gefahren.
 
Das Bergbau-Museum ist Dank des über 70 Meter hohen Förderturms, der weit über das Museumsgebäude herausragt, unübersehbar und schon von weitem zu erkennen. Auch als ortsfremde Besucher ist es ein Klacks, das Museum zu finden. Als wir die wenigen Stufen zum Eingang hoch gingen und das schwere, metallene Portal öffneten, standen wir nicht nur direkt im Eingangsbereich, sondern auch vor der Eingangskasse. Mit “Glück-auf” wurden wir gleich nett begrüßt.
Was also dem Fischer sein Petri-Heil und dem Jäger sein Weidmanns-Heil, ist also dem Bergmann sein „Glück-auf!“. Mit Glück-auf wurden wir begrüßt, mit Glück-auf wurden wir verabschiedet.
Eine besondere Attraktion des Deutschen Bergbau-Museums ist sein Anschauungsbergwerk, das seit 1937 in einer Tiefe von rund 20 m unter dem Museum aufgefahren und eingerichtet worden ist. Die Streckenlänge beträgt rund 2,5 km.
Hier finden die Besucher originalgetreue untertage Gegebenheiten des Eisenerzbergbaus und des Steinkohlenbergbaus vor. Das Auffahren von Strecken wird mit Hilfe vorführbarer Maschinen ebenso veranschaulicht wie die Gewinnung der Kohle bzw. des Erzes. Seit 1995 werden die Besucher unter Tage durch ein freundliches Wiehern und Schnauben von Tobias begrüßt, dem letzten Grubenpferd des Ruhrbergbaus (natürlich kein echtes Pferd …) In vielen Bergwerken waren früher Grubenpferde anzutreffen. Sie wurden in der Streckenförderung eingesetzt, wo sie die Förderwagen zogen, und zwar mit einer mehrfach größeren Leistung als ihre menschlichen Arbeitskollegen, die sogenannten Schlepper.
 
Folgendes könnt ihr „unter Tage“ bestaunen:
= Die Elektrolokomotive
= Das Eisenerzbergwerk
= Der Tunnelfräser
= Der Bohrwagen
= Das Grubenpferd Tobias
= Die Kettenschrämmaschine
= Die Druckluftlampe
= Der Bohrhammer
= Der Abbauhammer
= Die Einschienenhängebahn
= Der Blindschacht
= Der Hobelstreb
= Der Walzenstreb
= Die Dahlbuschbombe
= Das Grubenfahrrad
= Hightech unter Tage - Der neue Streb im Deutschen Bergbau-Museum
 
Was das alles genau ist, könnt ihr auf der homepage des Museums nachlesen. (das würde hier den Rahmen sprengen). Alles Originalmaschinen und -geräte sowie zahlreiche funktionsfähige Modelle, erschließen dabei die weithin unbekannte Welt des Bergbaus. Auf dem Boden sind “Rundgangs Pfeile” markiert, so dass man sich nicht verlaufen kann.
Via Knopfdruck kann man einige Maschinen in Gang setzen oder sich über Lautsprecher in deutscher und englischer Sprache Erläuterungen zu dem jeweils ausgestellten Objekt anhören. Wir wanderten durch soviele Schächte, Gänge und verwinkelte Tunnel und an jeder Ecke und an jedem Ende gab es etwas zu entdecken und zu sehen. Das untertage Streckennetz eines größeren Bergwerks ist gewöhnlich rund 100 bis 150 km lang, um dieses erst einmal herstellen zu können, wurde mit einem Tunnelfräser gearbeitet. Der war so riesig, das alleine der Fräskopf mit einem Durchmesser ca. 2-3 x so groß wie ich, mich völlig faszinierte. Wie man solche Gerätschaften überhaupt erst einmal nach unten bekommt, die dort zusammenbaut und dann einsatzfertig macht. Nach Besichtigung der Schächte, ging es - nicht ohne ein weiteres “Glück-auf” vernommen zu haben mit dem Fahrstuhl wieder aufwärts. Diesmal ganz hoch hinauf ins Freie, zu dem Förderturm.
 
Förderturm :
Hier handelt es sich nicht um irgendeinen Turm, sondern um das originale Doppelstreben-Fördergerüst der ehemaligen Zeche Germania in Dortmund-Marten. Dort wurde es 1944 in Betrieb genommen. Seit 1973 steht es als größtes Ausstellungsstück in Bochum über dem Deutschen Bergbau-Museum.
Das Fördergerüst ist 71,40 m hoch und 650 t schwer. Über seine Seilscheiben mit 8 m Durchmesser wurden einst armdicke Stahlseile umgelenkt, an denen die Förderkörbe im Schacht viele hundert Meter tief herabgelassen und wieder zutage gehoben wurden. Heute gelangt man über einen Aufzug im Fördergerüst sowohl in die Tiefen des Anschauungsbergwerks als auch in luftige Höhen. Von den Aussichtsplattformen in 50 m und in 62 m Höhe hat man einen phantastischen Blick über Bochum und das Ruhrgebiet. Wir genossen den Ausblick und fuhren dann wieder zurück.
Nicht ganz nach unten in die Grube, sondern nur bis zur Eingangshalle, wo uns dann die weiteren Ausstellungsräume erwarteten.
Hier nur mal eine kurze Beschreibung was – wo – zu sehen war:
  
Dauerausstellung
Erdgeschoss
Halle 1: Besucherzentrum ruhr2010
In dieser Halle entsteht eines der Besucherzentren für die ruhr2010. Sobald dieses fertiggestellt ist, kann sich hier jeder kostenlos über die Events zur ruhr2010 informieren.
 
Halle 2: Schachtbau & Schachtförderung
Der Schacht verbindet die Grubengebäude und Tagesanlagen einer Zeche. Die Schachtförderung - einschließlich der Schachtfahrung - umfasst somit den Transport von Personen, Arbeitsmaterial und Mineralien.
Hier werden die verschiedensten Methoden der Schachtförderung anschaulich dargestellt.
 
Halle 3: Gewinnung
Gewinnung ist der Sammelbegriff für alle bergmännischen Arbeiten, die mit dem Abbau nutzbarer Lagerstätten in Zusammenhang stehen. Die damit verbundenen vielfältigen Verfahren werden hier dargestellt.
 
Halle 4: Entwicklung der Abbauverfahren!
Diese Ausstellung zeigt die Entwicklung der Abbauverfahren anhand von vielen Modellen auf. Neben den Abbauverfahren werden auch viele Grubenbilder gezeigt. Des Weiteren zeigen viele weitere Modelle die Veränderung der Wohnungen der Bergleute im Laufe der Zeit. Highlight der Ausstellung ist das Modell der Zeche Germania, Dortmund.
 
Halle 5: Gezähe!
In einer Rotunde werden die Handwerkszeuge des Bergmannes präsentiert. Dabei werden Werkzeuge aus allen Epochen und Arbeitsbereichen von der Vorgeschichte bis zur Hochindustriellen Zeit um 1950/60 vorgestellt.
 
Halle 6: im Umbau/offene Sammlung
Trotz Umbau ist hier u.a. die Ronde Salpeter in Chile zu bestaunen.
 
Halle 7: Wasserhaltung & Bewetterung
In dieser Halle befinden sich zahlreiche, zur Verdeutlichung aufgeschnittene Maschinen, die die Funktionsweise der Wasserhaltung und Bewetterung erklären. Dazu gehören alle Maschinen, die die Grubenbaue von Wasser frei halten, als auch Maschinen, die die Grubenbaue mit sauerstoffhaltiger Luft versorgen.
 
Halle 17: Museumspädagogik
Die ehemalige Halle 17 hat früher die Ausstellung um das Bildnis der Heiligen Barbara beinhaltet. Jetzt wird diese Halle von unseren Museumspädagogen benutzt. Die Ausstellung zum Bildnis der Heiligen Barbara befindet sich nun in Halle 23.
 
Halle 18: Moderner Bergbau/Ewigkeitsaufgaben
Diese Halle beschäftigt sich mit den Ewigkeitsaufgaben, die der Bergbau hinterlässt.
 
Halle 22: Sonderausstellung
Aktuelle Sonderausstellung: 750 Jahre Knappschaft.
 
Obergeschoss
Halle 8: Kunst und Kultur im Bergbau
Die Sammlung "Kunst und Kultur" beschäftigt sich mit der Kunst, die durch den Bergbau beeinflusst worden ist. Hier werden Plastiken, historische Zeitschriften, Bilder und Zeichnungen bis hin zu antiken Münzen ausgestellt. Das älteste Exponat ist ein Steinrelief aus dem 3. Jahrhundert nach Christus.
 
Halle 9: Edle Steine, Versteinerter Baum
Die mineralogische Sammlung zusammen mit versteinerten Fossilien gibt Auskunft nicht nur über die Erdgeschichte, sondern auch über die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt. Mittelpunkt der Ausstellung ist der versteinerte Kern eines etwa 300 Millionen Jahre alten Baumstammes.
 
Halle 10: Lagerstätten und Rohstoffe
Diese Ausstellung beschäftigt sich mit den natürlichen Vorkommen von Erzen, sowie von edlen Metallen und Steinen. In zwei Nebenhallen befindet sich zusätzlich noch eine Ausstellung zur Systematischen Mineralogie.
 
Halle 11: Grubenausbau, Förderung und Geleucht
Diese Ausstellung beschäftigt sich mit den Methoden, die dazu dienen, die Hohlräume, die durch den Bergbau geschaffen wurden, abzusichern. Dazu zählt auch die wohl bedeutenste Geleuchtsammlung, die in dieser Halle ausgestellt ist.
 
Halle 12: Frauen und Bergbau
Eine Ausstellung über die Rolle der Frau im Bergbau auf der ganzen Welt. So wird ein Einblick über das Leben der Frauen als Unternehmerinnen, Ehefrauen oder Mütter gewährt. Ebenso werden Tätigkeiten vorgestellt, die Frauen in manchen Regionen unter Tage ausübten.
 
Halle 13: Feuersteinbergbau
Ausstellung von zum Teil eigens im DBM angefertigten Modellen über den steinzeitlichen Abbau von Feuersteinen. Neben den Modellen werden auch noch viele Exponate und Dioramen ausgestellt. Highlights dieser Ausstellung sind einzigartige Geweihgezähe aus dem englischen Feuersteinbergwerk von Grimes Graves oder diverse Prunkäxte aus Jade oder Lapislazuli.
 
Halle 14: Derzeit im Umbau!
Diese Halle befindet sich derzeit im Umbau!
 
Halle 15: Derzeit im Umbau!
Diese Halle befindet sich derzeit im Umbau!
 
Halle 19: Arbeitssicherheit und Grubenrettungswesen, Kokereiwesen.
Diese Ausstellung zeigt anhand von technischen Vorkehrungen und Originalgeräten Methoden zur Rettung der Bergmänner. Daneben beinhaltet die Ausstellungshalle im Übergang zu Halle 20 noch viele detaillierte Modelle über das Kokereiwesen.
 
Halle 20: Aufbereitung und Rohstoffveredlung
Diese Ausstellung präsentiert die vier Kernbereiche "Brikettierung", "Zerkleinerung", "Klassierung" und "Sortierung" anhand von vielen interessanten und detaillierten Modellen. Highlights sind die Ausstellung von Schmuckbriketts, die Einstrang-Schubkurbelpresse, Ringwalzenpresse oder die Temperenzaufbereitungsanlage der Grube Waldhausen.
 
Halle 21: Sonderausstellung
Aktuelle Sonderausstellung: 750 Jahre Knappschaft.
 
Untergeschoss
Halle 16: Fördermaschinen
In dieser Ausstellung können neben vielen größeren Fördermaschinen auch noch andere interessante Objekte betrachtet werde. So wird hier anhand von Förderwagen und von 18 Tafeln die Entwicklung von Fördergefäßen und -wagen erläutert. Ein Highlight in dieser Halle ist mit Sicherheit die Ausstellung des größten Steinkohlebrockens der Welt.
 
Halle 23: Heilige Barbara
Hier ist die wohl derzeit größte und umfassendste Ausstellung zu der "Bergbau-Heiligen" St. Barbara zu finden.
 
Cafeteria
Sollte Sie während des Besuches der Hunger überkommen oder Sie Durst bekommen, so können sie sich hier in der Cafeteria verpflegen. Die Cafeteria ist zu den selben Zeiten wie das Museum geöffnet.
 
In all den vielen Hallen kann man einige der Miniatur-Gerätschaften in Bewegung setzen und so lernen, wie der Abbau funktioniert. Stollen im Querschnitt hinter Plexiglas werden gezeigt. Auch kann man in einer Art Dia-Show Bilder betrachten, wie das Leben damals und unter Tage sich abspielte. Weiße Pferde waren zu sehen, die ganz schwarz vor lauter Kohle waren. In jeder Halle gab es etwas Neues zu entdecken und zu bestaunen: Fossilien, die unter Tage gefunden wurden z.B. und viele interessante Bilder vom Bergbau früher und in anderen Ländern.
Mitten zwischen all den Hallen befand sich dann auch noch ein Innenhof, in dem weitere Fahrzeuge ausgestellt wurden.
Wir haben in ca. 4 Stunden jede Menge gesehen, aber längst noch nicht alles. Ich glaube, wir müssen irgendwann noch einmal hin!!!
Alles in allem kann man sagen, ein Museum – das einen Besuch mehr als wert ist!!!
 
Öffnungszeiten: 
Di - Fr: 8.30 - 17.00 Uhr
Sa, So + Feiertage:
10.00 - 17.00 Uhr
Montag geschlossen
 
Eintrittspreise:
inkl. Turmfahrt
Erwachsene …....... 6,50 Euro
Jugendliche, Schüler, Studenten, Arbeitslose,
Behinderte und Spätbesucher …........ 3,00 Euro
Familienkarte ….......14,00 Euro
Jahreskarte …....... 15,00 Euro
Familien-Jahreskarte …30,00 Euro
 
Im Eintrittspreis inbegriffen sind die Turmfahrt sowie ein Rundgang durch das Anschauungsbergwerk.
Dort beträgt die Temperatur rund 10 °C, so dass sich wärmere Kleidung empfiehlt.
Die letzte Grubenfahrt findet um 15.30 Uhr statt.
 
Internet : www.bergbau-museum.de
 

 

D.Sp.

 

 

 

 

aktualisiert am 18. September 2017

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