Letzte Aktualisierung am: 07.05.2013 18:11:39

 

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Die Merkez Moschee in Marxloh -  Immer offen für jeden

 

Am Sonntag, den 28.04.2013 unternahm die KAB St. Antonius einen gemeinsamen Ausflug in die große  DITIB-Merkez-Moschee (- Dialog unter der Kuppel) nach Marxloh.

Wir starteten dafür mit eigenen PKW´s morgens um 10.00 Uhr in Richtung des Duisburger Stadtteils.

Nicht in Köln oder Berlin, sondern im Duisburger Stadtteil Marxloh steht die (im Moment noch) größte Moschee Deutschlands. Unter den Kuppeln der Moschee im osmanisch-byzantinischen Stil finden bis zu 1.300 Gläubige Platz. (Im ebenerdigen Gebetsraum und auf der Frauenempore).

"Merkez" heißt auf Türkisch "Zentrum". Es offenbart den Anspruch des fast acht Millionen Euro teuren Bauwerks. Die Angebote der integrierten Begegnungsstätte richten sich dabei an alle Bewohner des Stadtteils.

Vor über 20 Jahren gründeten in der Zechenkantine des Bergwerks Marxloh muslimische Arbeiter die Ditib-Merkez Moschee. Für eine der ältesten und größten muslimischen Gemeinden in Duisburg war das Bedürfnis nach einer würdigen Stätte des Gebets und Räumen für die breit gefächerten Aktivitäten groß.

Im Dezember 2003 wurde das bestehende Gebäude an der Warbruckstraße abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit, wurde die neue Moschee am 26. Oktober 2008 feierlich eröffnet. Bei der Einweihung waren der Römisch-katholische Bischof von Essen Felix Genn, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Nikolaus Schneider, der Ministerpräsident des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen Jürgen Rüttgers und der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei Ali Bardakoğlu zugegen.

Bei der äußeren Gestaltung der Moschee (bis zur Fertigstellung der Kölner Moschee noch die größte in Deutschland) wurde auf die Empfindungen des nicht-muslimischen Umfeldes Rücksicht genommen hat. So hat man darauf geachtet, dass das Minarett nicht höher ist als der Kirchturm der benachbarten katholischen Kirche, um den Bau nicht bedrohlich wirken zu lassen. Genauso sollen die für Moscheen ungewöhnlich großen Fensterfronten für die Offenheit und Transparenz der Gemeinde stehen. Es soll gezeigt werden, dass man hier nichts zu verbergen hat und für alle offen ist! Das gute Auskommen mit dem nicht-muslimischen Umfeld sei sehr wichtig. Dies zeigt sich auch durch  die vielfältigen sozialen Aktivitäten der Gemeinde, auch in Kooperation mit eben der katholischen und auch der evangelischen Kirchengemeinde. Mit einer Begegnungsstätte neben den religiösen Gebetsräumen im Neubau führt die Moschee ihren offenen und kooperativen Umgang mit den Bewohnern des Stadtteils fort. Das Land Nordrhein-Westfalen und die EU förderten den Bau der Begegnungsstätte mit 3,2 Millionen Euro, während die restliche Summe des insgesamt 7,7 Millionen Euro Projektes durch Spenden finanziert wurde.

Drei verschiedene Kuppelformen prägen den Moscheebau. Die großen Kuppeln über dem zentralen Saal der Moschee gründen auf vier tragenden Rundsäulen von jeweils einem Meter Durchmesser.

In einer Höhe von 23 Metern wölbt sich die Hauptkuppel über dem zentralen Saal der Moschee. Innen ist die Kuppel mit aufwändigen Malereien und Goldbronze verziert. Die Fenster sind aus blauem Glas, ein goldfarbener Kronleuchter schwebt über den Köpfen der Betenden.

Neben dem Kuppelbau ragt das Minarett 34 Meter in den Duisburger Himmel. In 30 Metern Höhe umläuft die begehbare Plattform des Muezzins das Minarett.

Unsere Gruppe hatte sich zur Besichtigung angesagt. Normalerweise gibt es dort kostenlose Führungen für Privatpersonen, montags um 15.00 Uhr, mittwochs um 11.00 Uhr und samstags um 11.00 Uhr.

Wir meldeten uns also bei dem 1. Vorsitzenden des Moscheevereins an und kurz darauf kam auch unser Guide, ein junger Mann und Student an der Uni Duisburg/Essen, der die Führung in den Räumen der Moschee übernahm.

Bevor wir den Gebetsraum betreten durften, mussten alle die Schuhe ausziehen. Später demonstrierte uns der junge Mann die Gebetshaltung der Muslime, wodurch auch schnell klar wurde, warum wir dort auf Socken standen (und später auf dem Boden saßen).

Helles Licht durchströmte den Gebetsraum, Tageslicht und schräg einfallende Sonne durch große Fenster von allen Seiten, eine mächtige, reich ausgemalte Kuppel – von außen hatten wir den Eindruck, so groß sei die Moschee gar nicht. Mit einem Riesenleuchter über unseren Köpfen, auf dem weichen Teppich sitzend – so lauschten wir dann über eine Stunde lang den Ausführungen unseres gut vorbereiteten jungen Gastgebers. Die Moschee, die Begegnungsstätte, die Möbel aus reich verziertem Holz, die Malereien – blau für den Himmel, rot für die Erde, die Leuchter, die bunten, in Rahmen gefasste Kacheln, die Kalligrafien; alles was es zu sehen gab, wurde uns erklärt. Und wir hatten Zeit, Fragen zu stellen.

Andere, neu angekommenen Besucher schlenderten durch den Gebetsraum. Ein alltägliches Bild, wie man uns versicherte. Die Moschee ist vom ersten Morgen - bis zum letzten Abendgebet immer offen für jeden.

Dann konnten wir noch einen Blick in die weiteren Räume, die sich im unteren Bereich der Moschee befindet, werfen. Unter anderem in die Waschräume (in denen die für die Gebete vorausgesetzte Waschung vorgenommen wird) und die Versammlungsräume der Begegnungsstätte.

Der junge Mann erklärte uns sehr ausführlich, dass die Moschee von Spendengeldern finanziert wurde und auch weiterhin von Mitgliedsbeiträgen der Muslimen und von Spenden unterhalten wird. Auch die Begegnungsstätte, wird aus diesem finanziellen Topf betrieben. Lediglich bei der Entstehung dieses Begegnungszentrums hat das Land NRW seinen finanziellen Beitrag geleistet. 

Nach ca.  1 1/2 Stunde war die sehr interessante Führung beendet und wir haben in dem hauseigenen Bistro der Begegnungsstätte noch mit Kaffee, Tee und Ayran unseren Durst gelöscht. Danach ging es wieder frisch gestärkt nach Hause.

Fazit: Der Besuch hat sich gelohnt, wir wissen wieder etwas mehr über andere Kulturen.

Für alle diejenigen, die jetzt auch Interesse an einem Besuch in der Moschee haben: für Einzelpersonen steht die Begegnungsstätte, getragen von Ditib (Der Name "Ditib" ist ein Kürzel für die türkische Übersetzung ihres eigentlichen Namens "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion") tagsüber stets offen, auch ohne Anmeldung. Gruppen sollten sich anmelden. Informationen finden sich auf der Homepage: http://www.ditib-du.de/

 

Bilder dazu gibt es hier: 

 

 

 

aktualisiert am 16. Oktober 2017

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